Die 12 Wirkungsfelder der Innovation

Anregungen für Digitale Innovationsprojekte

Innovation ist ein Paradox: Sie braucht Impulse, Planung, bringt unerwartete Ergebnisse hervor – die im Nachhinein unvermeidbar wirken.



Experience Innovation (TM) von Tolksdorf.digital ist ein anpassbarer, strukturierter Rahmen für erfolgreiche Innovationsprojekte, der Offenheit, Kreativität und Fehlerkultur mit KI und Systemdenken verbindet.
Der Rahmen basiert auf 12 Wirkungsfeldern, die auf das Gelingen von Vorhaben entscheidenden Einfluss haben. Es lohnt sich gemeinsam darüber nachzudenken, was dies für eigene Projekte bedeutet. Die Berücksichtigung der Wirkungsfelder hilft, den Erfolg von Innovation in unterschiedlichen Kontexten wahrscheinlicher zu machen – von kleinen Verbesserungen bis zur disruptiven Neuerfindung.
Sie verbinden technologische Hilfsmittel – insbesondere KI – mit menschlicher Kreativität, Fehlerkultur und Systemdenken. Das Modell gründet auf Erkenntnissen aus Wissenschaft, Managementlehre und langjähriger eigener Innovationspraxis


Als Ergänzung wurde kursiv die Rolle von künstlicher Intelligenz (KI) beleuchtet.



Übersicht

  • Definition von Innovation
  • Innovationskultur: Innovation braucht eine erfreuliche Leitidee und offene Kommunikation
  • Innovation ist in allen Situationen lernbar und realisierbar
  • Innovation ist stetige gemeinsame Aufgabe
  • Nicht alle Herausforderungen sind lösbar, können aber eingeordnet werden
  • Innovation braucht angewandte Kompetenz und künstliche Intelligenz
  • Innovation und Erfahrung wachsen nur gemeinsam, angeleitet durch Intelligenz
  • Innovation bedingt Kreativität, Verifikation – und reflektierte Intuition
  • Innovation ist ganzheitlich mit einem System verbunden (Innovation Context)
  • Fehler sind eine unvermeidbare  Einladung zu Verbesserung und Innovation
  • Innovation lässt sich fördern aber nicht aufhalten
  • Innovation bei unvorhersehbarer Zukunft


Warnender Impuls zum Schluss
  • "Was gemocht wird, wird gemacht" versus Change Management


Definition von Innovation

  • Innovation ist eine ganzheitlich betrachtete und bewertete Veränderung. Sie kann für bestehendes oder neues angewendet werden. Durch sie entsteht
    • neuartiger, nachhaltiger geschäftlicher Nutzen für alle Beteiligten
    • technologische Verbesserung oder genereller Fortschritt
    • Anwenderfreundlichkeit
  • KI bietet Werkzeuge für alle Projekt- und Realsisierungsphasen von Innovationen.


Innovationskultur: Innovation braucht eine erfreuliche Leitidee und offene Kommunikation

  • Was gemocht wird, wird gemacht. Eine Innovation, die positive Resonanz erzeugt, hat die grösste Chance auf Umsetzung und nachhaltige Wirkung. Offene Kommunikation auf Augenhöhe ermöglicht die Berücksichtigung aller Erkenntnisse und steigert die gemeinsame Motivation.
  • KI hilft allen Beteiligten, Fachdialoge vorzubereiten, Wissen zu verknüpfen, Fragen gezielt zu stellen und den gemeinsamen Lernprozess zu leben.


Innovation ist in allen Situationen lernbar und realisierbar

  • Erfolgreiche Innovation braucht Neugier, Übung, Strukturen – und den Willen, mit Unsicherheit und Nichtwissen jederzeit und allen Umständen konstruktiv umzugehen.
  • Durch freie KI-Tools, Open-Source-Software und strukturiertes Vorgehen (Lean Innovation) sind innovative Lösungen gerade dort möglich, wo Mittel knapp sind.


Innovation ist stetige gemeinsame Aufgabe

  • Innovation ist kein einmaliges Ziel, sondern eine offene Haltung – umgesetzt im stetigen Innovationsprozess.
  • KI unterstützt Innovation bei der reflektierten Arbeit mit Kontext, Zielen und Umsetzung.


Nicht alle Herausforderungen sind lösbar, können aber eingeordnet werden

  • "Du kannst ein Problem nicht lösen, wenn du nicht bereit bist, es zu haben.“ ~Bill Burnett
  • KI und Mentoring helfen Beteiligten solche Situationen nicht als Blockade durch ein vorab zu lösendes Problem, sondern als den Fortschritt nicht aufhaltende Randbedingung für eine übergeordnete Lösung zu sehen.


Innovation braucht angewandte Kompetenz und künstliche Intelligenz

  • „Die Fähigkeit, die Folgen von Handlungen vorherzusagen, macht Intelligenz aus.“
    ~Russell L. Ackoff
  • ...unabhängig davon, ob sie aus Erfahrung, Intuition oder maschinellem Lernen erwächst. KI ist durch das sofort verfügbare Wissen und die hohe Anwendungsgeschwindigkeit unverzichtbarer Bestandteil von Innovationsprozessen.


Innovation und Erfahrung wachsen nur gemeinsam, angeleitet durch Intelligenz

  • Erfahrung ist Basis für Innovation, gelebte Innovation wird zur Erfahrung.
  • KI wirkt in der Innovation doppelt: als Kontroll-Instanz für Erfahrungen und als Kreativ-Inspirator für Innovationen. Beides zusammen führt zu tragfähigen Lösungen.


Innovation bedingt Kreativität, Verifikation – und reflektierte Intuition

  • Intuition kann Innovation inspirieren – ihre Kraft entfaltet sich jedoch erst im Wechselspiel mit kritischer Evaluation und Verifikation.
  • KI begleitet Innovation um Ideen zu entwerfen und zu verifizieren – im ständigen Wechsel zwischen Exploration, kritischer Evaluation und Intuition basierend auf grossen Datenmengen. Frei nach der Wissenschaftstheorie von Karl Popper.


Innovation ist ganzheitlich mit einem System verbunden (Innovation Context)

  • Man kann ein System nicht optimieren, indem man seine Teile isoliert betrachtet.“ 
    ~ Russell L. Ackoff
  • KI kann sehr gut bei der Optimierung von isolierten Systemen genutzt werden. Die kreative und verantwortungsvolle Optimierung vom Gesamtsystem bleibt dem Mensch vorbehalten.


Fehler sind eine unvermeidbare  Einladung zu Verbesserung und Innovation

  • Anwendungsmodell - Vier Stufen der Innovation
    1.) Funktionale Innovationen: 1:1‑Ersatz ohne Abläufe zu verändern
    2.) Bereichsinnovation: Optimierung innerhalb eines isolierten Fachbereichs
    3.) Bereichsübergreifende / interdisziplinäre Innovation: Veränderungen, die Teams, Silos oder Abteilungen verbinden
    4.) Disruptive Pionierinnovation: Neudenken von Geschäftsmodellen, Märkten oder Technologien.
  • KI kann bei allen Stufen unterstützen.


Innovation lässt sich fördern aber nicht aufhalten

  • Was denkbar ist, wird gedacht werden.“ ~ unbekannter Autor
  • KI hilft dabei Denkräume zu erschliessen, weltweit abzufragen, Quellen zu benennen und in Leitideen einzubetten. KI kann auch helfen mit unerwünschten Effekten bewusst umzugehen.


Innovation bei unvorhersehbarer Zukunft

  • "Die Zukunft ist unbestimmt – der Kontext ist eine Randbedingung, keine Konstante. Drei mögliche Szenarien zur Innovationsplanung:
    1.) Alles läuft nach Plan.
    2.) Der ganze Kontext ändert sich und der bestehende Plan 1 ist komplett unpassend.
    3.) Innovationsplanung frei von Randbedingungen vom aktuellen Kontext. Dies kann bei Szenario 2 helfen." Frei zitiert nach Bill Burnett
  • KI kann kann helfen den aktuellen Kontext und die Planung zu analysieren und beim finden robuster neue Lösungen unterstützen.


Wirkungsrahmen und Vorgehensmodelle der Innovation

Vergleich ausgewählter Ansätze "12 Wirkungsfelder der Innovation" vs. "Doblin – Ten Types of Innovation" vs "Design Thinking" vs "Oslo Manual" vs "McKinsey 7-S"

Die folgenden Ansätze sind nur teilweise direkt vergleichbar. Die 12 Wirkungsfelder der Innovation beschreiben einen Wirkungs- und Reflexionsrahmen: also Faktoren, die das Gelingen von Innovation beeinflussen. 7C-CI/CD beschreibt dagegen ein Vorgehensmodell für die praktische Gestaltung und Umsetzung von Innovations- und Veränderungsvorhaben. Weitere bekannte Ansätze wie Design Thinking, Doblin, Oslo Manual oder McKinsey 7-S lassen sich deshalb am sinnvollsten einordnen, wenn zwischen Wirkungsrahmen, Vorgehensmodellen und Ordnungs- bzw. Referenzrahmen unterschieden wird.

Ansatz Typ Leitfrage Wofür er gut ist Grenze Einordnung / Vorteil
12 Wirkungsfelder der Innovation Wirkungsrahmen / Reflexionsrahmen Was wird bei Innovation wirksam? Hilft, Einflussfaktoren auf das Gelingen von Innovation gemeinsam zu reflektieren, ohne vorschnell in Schuldfragen oder Tool-Debatten abzurutschen Kein Schritt-für-Schritt-Vorgehensmodell Beschreibt nicht das Vorgehen, sondern die Bedingungen, unter denen Innovation tragfähig wird. Genau darin liegt die Stärke.
7C-CI/CD Vorgehensmodell / Umsetzungsrahmen Wie wird Innovation praktisch gestaltet? Strukturiert Innovations- und Veränderungsvorhaben vom ersten Impuls bis zur Einführung und Wirkung Ersetzt keinen separaten Wirkungsrahmen; braucht Kontext und gute Reflexion Das ist der eigentliche Vergleichspunkt zu anderen Vorgehensmodellen. Es verbindet Orientierung, Dialog, Co-Creation und Umsetzung.
Doblin – Ten Types of Innovation Innovations-Ordnungsmodell Wo liegen Innovationschancen? Zeigt, dass Innovation mehr ist als Produktentwicklung Kein dialogischer Reflexions- oder Change-Rahmen Sinnvoll als Strukturmodell für Innovationsarten, aber nicht als ganzheitlicher Denkraum und nicht als kooperatives Vorgehensmodell
Design Thinking Vorgehensmodell Wie entstehen nutzerzentrierte Lösungen? Stark für Problemverständnis, Ideen, Prototyping und Testen Kein vollständiger Organisations-, Führungs- oder Kulturrahmen Vergleichbar vor allem mit 7C-CI/CD, nicht mit den 12 Wirkungsfeldern
Oslo Manual Definitions- / Referenzrahmen Was gilt als Innovation und wie wird sie beschrieben? Gut für Begriffsklärung, Strukturierung und Messlogik Kein praktisches Vorgehensmodell für gemeinsame Veränderungsarbeit Vergleichbar eher auf Ordnungs- und Beschreibungsebene
McKinsey 7-S Organisationsrahmen Welche Organisationsfaktoren müssen zusammenpassen? Gut für Alignment von Struktur, Systemen und Fähigkeiten Nicht speziell auf Innovation, Lernschleifen und gemeinsame Entwicklung ausgelegt Teilweise anschlussfähig an Wirkungslogiken, aber kein eigentlicher Innovationsprozess
Approach Type Guiding question What it is good for Limitation Positioning / advantage
12 Fields of Innovation Impact Impact framework / reflection framework What becomes effective in innovation? Helps teams reflect jointly on the factors that influence innovation success without quickly drifting into blame or tool debates Not a step-by-step process model It does not describe the procedure itself, but the conditions under which innovation becomes sustainable. That is exactly its strength.
7C-CI/CD Process model / implementation framework How is innovation shaped in practice? Structures innovation and change initiatives from the first impulse to rollout and impact Does not replace a separate impact framework; needs context and solid reflection This is the actual comparison point to other process models. It connects orientation, dialogue, co-creation, and execution.
Doblin – Ten Types of Innovation Innovation structuring model Where do innovation opportunities lie? Shows that innovation is more than product development Not a dialogical reflection or change framework Useful as a structuring model for innovation types, but not as a holistic reflection space and not as a collaborative process model
Design Thinking Process model How do user-centered solutions emerge? Strong for problem understanding, ideation, prototyping, and testing Not a complete organizational, leadership, or culture framework Comparable mainly with 7C-CI/CD, not with the 12 Fields
Oslo Manual Definition / reference framework What counts as innovation and how is it described? Useful for clarifying terms, structuring innovation activity, and measurement logic Not a practical process model for collaborative change work Comparable primarily on the level of reference and description
McKinsey 7-S Organizational framework Which organizational factors need to fit together? Useful for aligning structure, systems, and capabilities Not specifically designed for innovation, learning loops, or collaborative development Partly compatible with impact logic, but not an innovation process in itself

Kernaussage: Die 12 Wirkungsfelder beschreiben nicht, wie Innovation Schritt für Schritt durchgeführt wird, sondern welche Faktoren bei Innovation wirksam werden. 7C-CI/CD beschreibt dagegen, wie Innovationsvorhaben praktisch, konstruktiv und gemeinsam gestaltet werden können.


Impuls zum Schluss: 

"Was gemocht wird, wird gemacht" versus Change Management


„Was gemocht wird, wird gemacht“ – Warum ich vor Change Management warne.


Viele Change-Projekte scheitern, weil sie Veränderung zum Selbstzweck machen. Der Begriff Change Management klingt professionell – ist aber oft nur ein Etikett für Frustprogramme:

Sie zeigen auf Fehler, erzeugen Widerstand und fordern Verhaltensänderung, statt Begeisterung zu entfachen.


Sofort Innovation erleben:

Ein begeisterndes Ziel motiviert die Beteiligten, sich sofort auf den Weg zu machen.

Menschen machen gerne mit, wenn Innovation Freude macht, Sinn stiftet und Teilhabe ermöglicht – dann geschieht Wandel fast von selbst.


Deshalb mein Leitsatz:

"Was gemocht wird, wird gemacht.
Erfolg wird durch Motivation erreicht – nicht durch Change Management."


Rainer Tolksdorf
Innovation Engineer & Founder von Tolksdorf.digital



Quellenangaben

Nach der von Karl Popper begründeten Wissenschaftstheorie vollzieht sich der Erkenntnisfortschritt durch „trial and error“ (…) Der Falsifikationismus geht also davon aus, dass eine Hypothese niemals bewiesen, aber gegebenenfalls widerlegt werden kann.

https://de.wikipedia.org/wiki/Falsifikationismus


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